Es ist soweit. Das ist das erste Mal, dass ich in "eine Wolke" über meine Studien schreiben werde.
Ich spreche bewußt von Studien, da es mir in den letzten Jahren immer mehr missfallen hat, wie inflationär mit dem Begriff KUNST umgegangen wird. Sowohl in den Medien als auch im privaten Bereich (Ich hab nur meinem Freund Ralf erlaubt(er richtet gerade meine homepage neu ein), den Begriff als "Key" -Word zu verwenden, damit ich überhaupt im Netz gefunden werde; das sind die Widersprüche des Lebens...).
Mich mit dem Titel "Künstlerin" zu schmücken, um eine extraordinäre Lebenseinstellung zu symbolisieren, war natürlich am Anfang auch bei mir gegeben. Damit hebt man sich ab von der Masse, ist ein schillernder Exot im trüben Wasser der Alltäglichkeit. Nach einigen Jahren und schmerzhaften, selbstkritischen Phasen im Prozess des Arbeitens(von den ärmlichen Lebensverhältnissen ganz abgesehen..) stellt man sich automatisch immer wieder die Frage: Was ist Kunst? Was macht gute Kunst aus? Eine Antwort habe ich nicht zu dieser Frage. Wieso sollte ich mich dann mit etwas schmücken, dessen Bedeutung ich nicht weiß?
Ich distanziere mich aber auch von dem Begriff KUNST, weil es nichts mit Exotik zu tun hat, sondern ein schwerer Weg ist in die Abgründe des eigenen Selbst. Ständig liegen irgenwelche Steine, Lawinen auf dem Weg. Es geht nicht weiter. Und dann muss ich mich mit dem mühsamen Wegräumen der Steine beschäftigen, verhebe mich mitunter. Und dann meine ich fertig zu sein, gehe ein Stück des Weges, und dann kommt der nächste Stein, der mir entgegenfällt.
Malen ist keine Exotik, das ist verdammt harte Arbeit. Arbeit an der Erwartung an sich selbst und der an die Leinwand.
Ein Umstand bereitet mir große Schwierigkeiten: die alten Arbeiten(abstrakte Malerei, Aktstudien) im Netz stehen zu lassen. Der Drang, sie zu löschen, ist sehr groß. Teilweise sind die Arbeiten verkauft, teilweise komplett überarbeitet. Aber geht es nicht im Grunde darum, ehrlich mit sich selbst umzugehen, auch unreife Arbeiten stehen zu lassen, weil ohne sie der Prozess nicht in der Form zustande gekommen wäre? Kunstkenner sehen häufig die Zusammenhänge zwischen meinen alten und neueren Arbeiten, mir bleibt dieser Blick noch verwehrt.
Also werde ich sehen, inwieweit ich mich mit dieser sehr bunten (für mich nicht repräsentative Mischung) anfreunden kann. Wenn ich immer das Vergangene lösche, weiß ich nicht, wo ich herkomme.